Page 22 - Tirol Kommunal 02 2020
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  PORTRÄT DES MERANER ALT-BÜRGERMEISTERS FRANZ ALBER
„IN DIE POLITIK WOLLTE
ICH EIGENTLICH NIE“
 Er war Grundschullehrer und begeisterter Sportfunktionär.
 Mit der Politik hatte er hingegen in jungen Jahren überhaupt
 nichts am Hut. Doch der Ehrenringträger des Tiroler
 Gemeindeverbandes, Franz Alber, wurde Bürgermeister
 von Meran und auch Landesrat in Südtirol.
 VON PETER LEITNER
Nein, mit der Politik wollte Franz Alber in jungen Jahren wahrlich nichts zu tun haben.
Als Grundschullehrer und begeisterter Sportfunktionär war er voll und ganz ausgelastet. Für die Skisektion von Meran organisierte er immer wieder Rennen.
Von Vize-Stadtchef motiviert
Als plötzlich Ende der 1960er-Jah- re der damalige Vize-Bürgermeister von Meran, Blasius Pobitzer, der
auch Präsident eines konkurrierenden Skiklubs war, auf den Franz zukam und meinte, er müsse unbedingt für den Gemeinderat kandidieren. Des- sen Lust war zwar immer noch nicht geweckt, doch 1969 zog er dann tat- sächlich in das Kommunalparlament der Kurstadt ein, dem er schließlich bis 1988 angehören sollte. Dabei blieb es aber nicht: Von 1972 an war er
zwei Jahre Stadtrat für Schule, Kul- tur und Sport, anschließend bis 1980 Vize-Bürgermeister. Danach war er drei Jahre lang erstmals Bürgermeis-
Meine Liebe galt dem Sport. Als Funktionär habe ich früher viele Skirennen organisiert. Dass ich irgendwann in der Politik landen werde, war in jungen Jahren überhaupt nicht vorherzusehen.
ter, dann neuerlich Vize, ehe er 1985 auf den Sessel des Stadtchefs zurück- kehrte. Abermals drei Jahre später
wurde er in den Südtiroler Landtag gewählt („Das hab‘ ich ausnahms- weise selbst gewollt.“) und damit gleichzeitig in den Regionalrat Tren- tino-Südtirol. Bis 1993 hatte er je ein Mandat inne. Von 1989 bis 1994 wirk- te Alber im Kabinett Durnwalder I als Landesrat für öffentliche Bauarbeiten und Gebietskörperschaften.
Rückkehr ins Bürgermeisteramt
Schließlich kehrte er der Landes- politik wieder den Rücken und war von 1995 bis 2005 ein drittes Mal Bürgermeister von Meran. In dieser Zeit war er zudem zunächst Vize-Prä- sident (1995 bis 2000) und dann Prä- sident (2000 bis 2005) des Südtiroler Gemeindeverbandes.
„Nachdem ich Gefallen an der Poli- tik gefunden hatte, muss ich schon einräumen, dass vor allem die Kom-
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