Tiroler Gemeindeverband
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„Die Pflege treibt uns weiter um“

Gemeindeverbands-Präsident Ernst Schöpf hebt auf Bürgermeistertag gutes Verhältnis zum Land hervor

INNSBRUCK. Zum Auftakt der Innsbrucker Herbstmesse fand am Mittwoch auch wieder der traditionelle Bürgermeistertag des Tiroler Gemeindeverbandes statt. Präsident Ernst Schöpf stellt dabei erfreut fest: „In der Zusammenarbeit mit dem Land läuft seit geraumer Zeit sehr viel rund.“ Dabei bezog er sich vor allem auf den Bereich Pflege und die gewünschte einheitliche Linie bei den Pflegegehältern.

Schöpf: „Die Pflege treibt uns weiter um. Mit dem geschäftsführenden Ausschuss Pflege sind wir vor allem dahingehende aktiv, die im Bereich der Tagessätze vorhandene Schere bestmöglich zu schließen. Hier gilt es zu forschen und einen einheitlichen Satz anzustreben. Es wurden unter anderem schon alle 86 Pflegeheime des Landes durchforstet. Da waren bei der Kostenrechnung durchaus Originalitäten dabei. Bei einem etwa schienen schlichtweg keine Heizkosten auf.“

Einsparungen muss es laut Schöpf vor allem bei der so genannten Hotelkomponente geben, wie die Bereiche Reinigung, Küche und Verwaltung bezeichnet werden. Für Luxus sollte dort kein Platz sein. Auf Pflegeseite seien die zu bezahlenden Gehälter hingegen bekannte Größen. Per 1. Jänner 2018 startet quer durch das Land eine Testphase in 20 Heimen. Intensiv dabei sei man auch, eine möglichst einheitliche Entlohnung für die jeweiligen Pflegekräfte zu erreichen.

Deutlich auch des Präsidenten Meinung zur Abschaffung des Pflegeregresses: „Dass ein Nationalrat, der im Auflösen begriffen ist, solche Entscheidungen fällt, gehört abgeschafft. Ansonsten soll der Bund auch für die Kosten aufkommen.“ Diese Meinung teilten beim Bürgermeistertag auch LH Günther Platter und Gemeindereferent LR Johannes Tratter.

Außer Zweifel steht für Schöpf, dass Tirols Gemeinden gut wirtschaften. „Der Verschuldungsgrad liegt aktuell bei 31 Prozent, war durchaus überschaubar ist. In gebückter Haltung müssen wir deshalb gewiss nicht gehen.“

Warnend den Finger hob der Präsident hinsichtlich Transferzahlungen: „Mehr als ein Drittel der eigenen Steuern und Abgabenertragsanteile fließt inzwischen dorthin. Hier heißt es wachsam zu bleiben.“

Klar auch Schöpfs Positionierung zum Thema Olympia. „Dort wo die Winterkompetenz Geschichte hat, haben auch Olympische Spiele Platz. Ich erkenne in einer Bewerbung jedenfalls keinen Sündenfall. Und wenn von mancher Seite gar der Ruf ertönt, das Land brauche weniger Tourismus, dann sei mir als Hinterötztaler verziehen, dass ich Sodbrennen bekomme.“

Auch Gemeindereferent Tratter ging auf die Transferzahlungen ein. „Das Land finanziert sich keineswegs auf Kosten der Gemeinden. Was die Transferzahlungen angeht, so sind von den Steigerungen auch wir im Land davon zu zwei Drittel betroffen. Der Kampf muss deshalb ein gemeinsamer sein.“

LH Platter wiederum meinte zu Olympia: „Ich habe noch nie so viel Schwachsinn von einer einzelnen Partei gehört, wie in dieser Sache. Im Kampf um das eigene politische Überleben wird Olympia als Thema missbraucht“, fuhr er eine gepflegte Attacke gegen die Liste Fritz.

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Presseservice
Peter Leitner